| Veranstaltung: | 57. Landesjugendkongress |
|---|---|
| Tagesordnungspunkt: | TOP 5 Politische Lage mit Schwerpunkt Umverteilung |
| Antragsteller*in: | GRÜNE JUGEND Bayern Landesvorstand (dort beschlossen am: 23.04.2026) |
| Status: | Eingereicht |
| Eingereicht: | 23.04.2026, 18:27 |
L2: Lebensgrundlagen verteidigen - Wasser, Moore und Wildnis statt Profite
Antragstext
Die Klimakrise ist kein Zukunftsszenario, sondern längst Alltag in Bayern.
Dürren, Hitzewellen, sinkende Grundwasserstände, Waldsterben und das
fortgesetzte Ausbluten unserer natürlichen Lebensgrundlagen zeigen: Dieses
kapitalistische System verwaltet die Krise nicht nur schlecht, es verursacht
sie.
Während Konzerne, Großgrundbesitzer*innen und Spekulant*innen weiter über unser
Leben bestimmen, werden Trinkwasser, Wälder, Moore und Artenvielfalt behandelt,
als wären sie wieder nachkaufbar. Wer die ökologische Zerstörung stoppen will,
muss die Natur aus der Logik von Verwertung und Wachstum befreien.
1. Trinkwasser gehört uns allen
Sauberes Trinkwasser ist weder Ware noch Luxus, sondern die Grundlage von Leben
und Gesundheit. Trotzdem werden Grundwasser, Böden und Gewässer in Bayern durch
industrielle Landwirtschaft, Versiegelung, Pestizide und eine
Landwirtschaftspolitik unter Druck gesetzt, die die Interessen weniger über das
Gemeinwohl stellt.
Die GRÜNE JUGEND Bayern fordert daher:
Trinkwasserschutz vor Profitinteressen stellen
Massive Ausweitung und konsequente Durchsetzung von Wasserschutzgebieten
Sofortige Reduktion von Pestiziden, Nährstoffeinträgen und Chemikalien ins
Grundwasser
Entsiegelung statt weiterer Flächenfraß-Politik
Schwammstadt-Prinzipien, Renaturierung und Wasserrückhalt in der Fläche
als Standard
Verbot der Privatisierung von kommunalen Trinkwasserversorgern
Wer in Zeiten der Klimakrise immer noch Wasser wie eine unendliche Ressource
behandelt, handelt fahrlässig.
2. Moore wiedervernässen
Moore sind riesige Kohlenstoffspeicher, Wasserspeicher und Lebensräume.
Entwässerte Moore gehören zu den größten klimapolitischen Sünden überhaupt, weil
sie Emissionen freisetzen und zugleich Hochwasser- und Dürrefolgen verschärfen.
Die GRÜNE JUGEND Bayern fordert:
Sofortigen Schutz aller noch intakten Moore
Kein staatliches Geld mehr für Maßnahmen, die Moore trockenhalten,
zerstören oder Emissionen verlängern
Ein verbindliches, ausfinanziertes Wiedervernässungsprogramm
Faire Unterstützung für landwirtschaftliche Betriebe bei der Umstellung
auf moorverträgliche Nutzung
Verbindliche Wiedervernässung aller unbebauten entwässerten Moorflächen
mit klaren Zeitplänen, Flächenzielen und jährlicher Kontrolle
Wer Moore trockenlegt, heizt die Krise an. Wer Moore schützt, stabilisiert
Klima, Wasserhaushalt und Biodiversität zugleich.
3. Bayern braucht mehr Wildnis
Nationalparks sind Orte, an denen Natur Natur sein darf. Sie sind keine
dekorativen Schutzinseln, sondern politische Absage an die Vorstellung, dass
jede Fläche immer sofort nutzbar, kontrollierbar und verwertbar sein muss.
Die GRÜNE JUGEND Bayern fordert:
den konsequenten Schutz und die Stärkung der bestehenden Nationalparks
den unmittelbaren Einsatz für einen drastischen Waldumbau hin zu einem
klimaresilienten Mischwald auch mit südlichen Baumarten (wenn nötig auch
in Nationalparks)
die Ausweisung weiterer großflächiger Nationalpark- und Wildnisgebiete in
Bayern (z.B. durch ein Biosphärenreservat Spessart)
Mehr Umweltbildung, Mitsprache und regionale Beteiligung ohne Verwässerung
des Schutzziels
Bayern braucht mehr Räume, in denen Natur sich selbst entwickeln kann.
4. Ökologisch heißt auch sozial
Natürlicher Klimaschutz darf nicht auf dem Rücken von Menschen mit wenig Macht
ausgetragen werden. Die Antwort auf ökologische Zerstörung ist nicht Stillstand,
sondern ein gerechter Umbau.
Die GRÜNE JUGEND Bayern fordert:
Eine radikale Umverteilung von oben nach unten, damit die ökologische
Transformation nicht von denjenigen bezahlt wird, die am wenigsten für die
Krise verantwortlich sind
Demokratische Kontrolle über zentrale Infrastrukturen und Ressourcen,
statt sie Konzernen und privaten Profiteuren zu überlassen
Partizipation in Naturschutzprojekten, die die Chancen für die Bevölkerung
unvoreingenommen aufzeigen und Bedenken ernst nehmen
Wasser, Wald, Moore und Wildnis sind keine Nebenschauplätze. Sie sind die
Frontlinien der ökologischen Frage.
Begründung
Erfolgt mündlich
