| Veranstaltung: | 57. Landesjugendkongress |
|---|---|
| Tagesordnungspunkt: | TOP 6 Anträge |
| Antragsteller*in: | Maximilian Mattig (GRÜNE JUGEND Bayern) |
| Status: | Eingereicht |
| Eingereicht: | 22.04.2026, 15:47 |
X4: Frieden bewahren heißt: Verantwortung in Bayern übernehmen
Antragstext
Präambel
Der brutale und völkerrechtswidrige russische Angriffskrieg gegen die Ukraine
dauert inzwischen seit vier Jahren an und hat die europäische Friedensordnung
erschüttert. Zugleich erleben wir, dass autoritäre Staaten und Akteure nicht nur
mit Waffen, sondern auch mit Desinformation, Cyberangriffen und politischer
Einflussnahme gegen offene Gesellschaften, wie unserer vorgehen. Trumps
Drohungen gegen Grönland haben die Fragilität sicher geglaubter Bündnisse
aufgezeigt. Damit geraten nicht allein Grenzen und Territorien unter Druck,
sondern auch das Vertrauen in Demokratie, Rechtsstaat und Freiheit. Sie müssen
geschützt und immer wieder neu gestärkt werden.
Wir sind Teil einer internationalen Ordnung, die aus den Lehren von Krieg,
Diktatur und Zerstörung entstanden ist. Diese Ordnung gründet auf dem
Völkerrecht, auf der Souveränität von Staaten und auf dem klaren Verbot,
politische Ziele mit militärischer Gewalt durchzusetzen. Gerade diese Grundsätze
werden heute offen herausgefordert. Wenn Macht wieder vor Recht gestellt wird,
wenn Grenzen mit Gewalt verschoben, Gesellschaften gezielt destabilisiert und
demokratische Institutionen angegriffen werden, dann geht es nicht um ferne
Konflikte allein. Dann geht es um die Verteidigung der Grundlagen unseres
Zusammenlebens in einem geeinten Europa. Wer das Völkerrecht missachtet, greift
damit immer auch die Sicherheit derjenigen an, die auf Recht, Freiheit und
Frieden vertrauen.
Nur wo Menschen ohne Angst vor Gewalt und Krieg leben können, bleiben politische
Teilhabe, gesellschaftlicher Zusammenhalt und individuelle Freiheit dauerhaft
gesichert.
Die Menschen in Uniform sind ein unverzichtbarer Teil dieser
Sicherheitsarchitektur. Ihr Dienst ist kein Selbstzweck, sondern dient dem
Schutz von Frieden. Soldat*innen schwören nicht auf einen Herrscher, eine Partei
oder eine Ideologie, sondern auf das Grundgesetz, mit der Menschenwürde an
erster Stelle. Wer den Frieden bewahren will, muss in der Lage sein, Freiheit
und Recht entschlossen zu schützen. Das ist kein Bruch mit einer Politik des
Friedens, sondern eine Konsequenz aus der tragischen Erfahrung, dass Frieden
ohne Schutz verwundbar ist und proaktiv geschützt werden muss.
Die Menschen in Uniform tragen aktiv dazu bei, dieses Ziel zu verwirklichen.
Bayern trägt die Verantwortung, gute Bedingungen für die Menschen, die auch in
der Bundeswehr dienen zu schaffen sowie für eine Ausstattung und Infrastruktur,
die dem Auftrag entspricht und für Strukturen zu sorgen, die auf die
Herausforderungen der Gegenwart vorbereitet sind. Dabei tragen wir auch eine
Verantwortung für die Sicherheit Europas und der gemeinsamen Idee eines
friedlichen Kontinents.
Dieser Antrag steht deshalb für die Überzeugung, dass Freiheit geschützt werden
muss, wenn sie bestehen soll. Er verbindet das Eintreten für Frieden mit dem
Bewusstsein, dass Demokratie wehrhaft und resilient sein muss. Wer unsere offene
Gesellschaft bewahren will, muss bereit und fähig sein, ihre Grundlagen zu
verteidigen.
Gerade weil Außen- und Verteidigungspolitik weitgehend Bundesaufgabe sind, muss
Bayern dort Verantwortung übernehmen, wo der Freistaat selbst handeln kann: im
Bevölkerungsschutz und Ehrenamt, in der sozialen Infrastruktur, in der
Ausbildung, in der Mobilität und in der Gesundheitsversorgung.
Gerade deshalb darf progressive Politik dieses Feld nicht der CSU überlassen.
Sicherheit, Verteidigungsfähigkeit und der Schutz unserer demokratischen Ordnung
und Zivilbevölkerung sind keine exklusiv konservativen Themen, sondern zentrale
Voraussetzungen für soziale Gerechtigkeit, Freiheit und ein solidarisches
Zusammenleben. Wer den Anspruch hat, eine offene Gesellschaft aktiv zu
gestalten, muss auch Antworten auf die veränderte sicherheitspolitische Lage
geben - verantwortungsvoll, wertegeleitet und international eingebettet. Wenn
wir diesen Anspruch nicht selbstbewusst formulieren, überlassen wir die
Deutungshoheit der CSU und anderen Kräften, die Sicherheit vor allem national
verengen oder politisch instrumentalisieren. Progressive Politik muss daher klar
machen: Eine wehrhafte Demokratie ist kein Widerspruch zu einer solidarischen
Gesellschaft, sondern deren Voraussetzung.
Katastrophen- und Zivilschutz stärken
Katastrophenschutz ist Daseinsvorsorge, nicht Ausnahmezustand!
Wir fordern einen modernisierten Katastrophen- und Zivilschutz, um den
Herausforderungen unserer Zeit gerecht zu werden. Die Schaffung des Landesamtes
für Bevölkerungsschutz innerhalb des bayerischen Innenministeriums war ein
erster guter Schritt, doch dort darf es nicht enden! Extremwetter werden
zunehmen. Die Pandemie hat gezeigt, dass unerwartete Ereignisse weitreichende
Folgen haben können. Auch technisches Versagen, Sabotage oder Terror können
Stromausfälle und andere Krisen auslösen. Mit moderner Ausstattung, starkem
Rückhalt für die Einsatzkräfte und einer robusten Infrastruktur muss dafür
gesorgt werden, dass die Landkreise und Kommunen auf jede Krise vorbereitet sind
- damit die Menschen in Bayern auch in schwierigen Zeiten sicher und frei leben
können. Dazu gehört auch die Stärkung der zivil-militärischen Zusammenarbeit.
Diese stellt die Beratungsexpertise der Bundeswehr zur Verfügung und sorgt im
Ernstfall für eine effizientere Amtshilfe. Nur so können wir auch in
Krisenzeiten oder Spannungsfällen in Freiheit und Sicherheit leben! Alle
entsprechenden Akteure müssen regelmäßig miteinander anspruchsvolle Szenarien
üben.
Wir fordern, dass für alle Bereiche des Katastrophenschutzes ein für Bayern
einheitlicher, sinnvoller und zweckmäßiger Gesetzesrahmen geschaffen wird, der
schnelle und lokale Verantwortung durch die Landratsämter bzw. Kommunen
ermöglicht und die Koordination zwischen Landes- und Bundesbehörden, soweit die
Landesgesetze dies ermögliche, vereinheitlicht.
Zusätzlich sollen Landkreise Katastrophenschutzbedarfspläne aufstellen und durch
die Staatsregierung finanziell unterstützt werden, diese umzusetzen.
Wir fordern verbindliche und moderne Standards zur Notstrom- und
Krisenfestigkeit, sowie Kraftstoffbevorratung kritischer Infrastrukturen wie
Krankenhäuser, Pflegeeinrichtungen, Trink- und Abwasserwerke, Leitstellen,
Feuerwehrgerätehäusern und kommunale Verwaltungsstandorte in ganz Bayern.
Wir fordern eine bessere soziale, rechtliche und finanzielle Absicherung
ehrenamtlicher Einsatzkräfte, durch überarbeitung der Freistellungs- und
Verdienstausfallregelungen.
Wir fordern eine landesweite Nachwuchsstrategie für Feuerwehr, THW,
Rettungsdienste und weitere Organisationen des Bevölkerungsschutzes über alle
Altersgruppen hinweg.
Wir fordern, dass Krisenkommunikation mehrsprachlich umgesetzt wird! Warnungen,
Verhaltensempfehlungen und Informationsmaterialien sollen mindestens in den
häufigsten in Bayern gesprochenen Sprachen sowie in leichter Sprache
barrierearm, kostenlos und für jeden schnell und überall verfügbar sein.
Wir fordern, dass verbindliche Kommunale Notfalltreffpunkte entstehen. In jeder
Kommune sollen klar ausgewiesene Notfall- und Informationspunkte eingerichtet
werden, die bei Blackouts, Hochwasser oder Großschadenslagen als Anlaufstelle
für Bevölkerung, Hilfeersuchen und Erstversorgung dienen. Für die Bereitstellung
des dafür notwendigen Materials soll die Staatsregierung, den Kommunen die
notwendigen finanzielle Mittel bereitstellen bzw. diese unterstützen.
Bereichsausnahmen der Schuldenbremse für unsere
Sicherheit nutzen!
Die Landkreise und Kommunen sind der erste Anlaufpunkt wenn es um die konkrete
Umsetzung ziviler Schutzeinrichtungen und die Koordination von Katastrophen
geht. Von einfachsten Löschteichen und Sirenen, Lagerflächen, Gerätehäusern und
Fahrzeuge bzw. Ausrüstung der Feuerwehren bis zu komplexen
Katastrophenschutzzenten, Leitstellen, Bunker- und Kommunikationssystemen - all
das müssten Kreise bzw. Kommunen aus ihren eigenen Haushalten finanzieren. Der
Freistaat muss seiner Verantwortung endlich gerecht werden und Gelder, die den
Kommunen zustehen und dringend für die Umsetzung dieser Maßnahmen gebraucht
werden, nicht länger vorenthalten. Die Katastrophenschützer*innen und
Gemeinderät*innen vor Ort wissen wo diese Gelder am besten eingesetzt werden und
brauchen jetzt Handlungsspielraum! Die Staatsregierung darf sich nicht länger
hinter einer starren und veralteten Auslegung der Schuldenbremse verstecken,
während Kommunen die Kosten für Krisenvorsorge und Bevölkerungsschutz allein
schultern sollen. Wir fordern deshalb eine Reform der bayerischen Schuldenbremse
und die konsequente Nutzung der bundesrechtlich eröffneten
Investitionsspielräume, damit Mittel für Infrastruktur, Bevölkerungsschutz und
kommunale Resilienz schnell und verbindlich bei den Städten, Gemeinden und
Landkreisen ankommen.
Wer Sicherheit ernst meint, muss Kommunen endlich in die Lage versetzen,
Sirenen, Notstrom, Schutzräume, Krisenkommunikation und robuste öffentliche
Infrastruktur verlässlich aufzubauen!
Kitaplätze schaffen!
Ein funktionierendes Gemeinwesen basiert auf der Erfüllung grundlegender
staatlicher Pflichten - dazu gehört primär auch der Rechtsanspruch jedes Kindes
auf eine qualitativ hochwertige Kinderbetreuung. In Bayern sehen wir jedoch,
dass dieser Anspruch an den Kasernenstandorten durch die spezifische Belastung
von Familien im Schicht- und Einsatzdienst überhaupt nicht umgesetzt werden
kann. Es ist eine unbestreitbare strukturelle Notwendigkeit, die Kinderbetreuung
an diesen Standorten zu erweitern, um die Dienstfähigkeit der Bundeswehr und die
Lebensrealität der Angehörigen mit dem staatlichen Bildungsauftrag in Einklang
zu bringen. Die Erweiterung der Kita-Infrastruktur an diesen Standorten ist
somit keine Option, sondern eine bauliche und soziale Pflichtaufgabe der
Landesregierung. Wir fordern die Bayerische Staatsregierung auf, gemeinsam mit
dem Bund, der Bundeswehr, den betroffenen Kommunen und freien Trägern ein
bedarfsgerechtes Ausbauprogramm für die Kinderbetreuung an bayerischen
Bundeswehrstandorten aufzulegen. Es braucht zusätzliche Krippen- und Kitaplätze
sowie Öffnungszeiten, die verlässlich bzw. planbar Schicht-, Übungs- und
Einsatzrhythmen abbilden können. Darüber hinaus müssen die
Gleichstellungsbeauftragten einbezogen werden. Hierfür sind die
landesrechtlichen und finanziellen Instrumente des Freistaats, insbesondere die
kommunale Bedarfsplanung und Förderung nach dem BayKiBiG sowie investive Mittel
aus der Ländersäule des Sondervermögens konsequent zu nutzen. Denn solange Care-
Arbeit und Familienverantwortung nicht politisch mitgedacht werden, werden
Frauen in der Bundeswehr systematisch benachteiligt. Ungeachtet dessen müssen
natürlich auch in jeder anderen Kommune und für die Zivilbevölkerung neue und
mehr Kitaplätze geschaffen werden!
Infrastruktur an bayerischen Kasernenstandorten
stärken!
Die Standorte der Bundeswehr in Bayern sind oft tief im ländlichen Raum
verwurzelt. Doch die aktuelle Planungspolitik droht, diese Standorte zu
isolieren und zu ‚Inseln der Autozentrierung‘ zu degradieren, was die soziale
und ökologische Transformation der Regionen aktiv behindert, ohne einen Mehrwert
zu schaffen. Wir fordern daher eine Abkehr von der rein Pkw-zentrierten Planung
hin zu einer nachhaltigen, multimodalen Mobilitätsstrategie. Wir fordern die
Bayerische Staatsregierung auf, eine systematische Erfassung aller
Bundeswehrstandorte hinsichtlich ihrer ÖPNV-Anbindung durchzuführen und die
Qualität dieser Anbindung als verbindliche Bedingung für staatliche Förderung
von Neubau- oder Erweiterungsprojekten festzulegen und in weitere Planunge zu
integrieren. Diese Forderung ist im Kern ein Gebot der Mobilitätsgerechtigkeit.
Ein funktionierender ÖPNV an Kasernenstandorten ist keine Privilegierung der
Truppe, sondern eine notwendige Investition in die regionale Infrastruktur, von
der die gesamte Zivilbevölkerung profitiert, denn wir fordern dass neue Routen
zwangsläufig die Anbindung von ländlichen Gebieten verbessern. Wenn neue
Bundeswehrstandorte eröffnet werden, oder bestehende besser angeschlossen
werden, muss die umliegende Region auch durch eine Verbesserung im ÖPNV davon
profitieren! Wir müssen sicherstellen, dass die Mobilität von Soldat*innen –
insbesondere von jungen Menschen und Personen in niedrigeren Dienstgraden, die
nicht über die Ressourcen für einen eigenen PKW verfügen – nicht durch
infrastrukturelle Vernachlässigung eingeschränkt wird. Und dass das Bahnfahren
in Uniform für Soldaten attraktiver wird, um auch die Sichtbarkeit und
Nahbarkeit der Soldat*innen in der Öffentlichkeit zu verbessern. Indem wir die
Anbindung der Kasernen an das regionale Verkehrsnetz stärken, fördern wir die
Revitalisierung des ländlichen Raums, reduzieren die CO2-Emissionen und schaffen
eine moderne Mobilitätsgarantie, die den Anforderungen einer
zukunftsorientierten Gesellschaft gerecht wird.
Bildungsurlaub einführen und Reservedienst
ermöglichen!
Ein lebendiges Gemeinwesen basiert auf der Bereitschaft seiner Bürger*innen,
Verantwortung für das Kollektiv zu übernehmen. Doch in einer Arbeitswelt, die
zunehmend auf totale Verfügbarkeit und permanente Verwertbarkeit von
Arbeitskraft setzt, droht bürgerschaftliches Engagement als bloßes
wirtschaftliches Risiko diskreditiert zu werden. Wir beobachten, dass die
Ausübung des Ehrenamtes und Reservistendienstes heute oft an den Interessen der
rein profitmaximierenden Unternehmen scheitert, die die Abwesenheit von
Arbeitskraft primär als Produktivitätsverlust wertet. Diese strukturelle
Schwäche der bürgerschaftlichen Teilhabe ist kein Zufall, sondern das direkte
Resultat einer jahrzehntelangen, rückwärtsgewandten Blockadepolitik der CSU.
Indem die Landesregierung die Einführung eines Bildungsurlaubsgesetzes in Bayern
konsequent verhindert hat, hat sie den Arbeitgebenden ein mächtiges Werkzeug in
die Hand gegeben, gesellschaftliches Engagement als Hindernis für die reine
Produktivität zu instrumentalisieren. Wir fordern daher ein Ende dieser
politischen Rückwärtsgewandtheit mit zwei entscheidenden Schritten:
Erstens fordern wir die Einführung eines gesetzlichen Bildungsurlaubs in Bayern,
um die demokratische Teilhabe und die persönliche Weiterentwicklung ALLER
Arbeitnehmenden gegen rein profitgetriebene Interessen zu schützen.
Zweitens muss die rechtliche Gleichstellung der Reservistenfreistellung mit
diesem Bildungsurlaub sichergestellt werden.
Durch diese Verknüpfung entziehen wir den repressiven Mechanismen der
Arbeitgeber die Grundlage, die individuelle Bereitschaft zur gesellschaftlichen
Verantwortung als Gefahr für die Ertragsmaximierung zu brandmarken. Es ist die
Aufgabe einer progressiven Politik, den Raum für gesellschaftliches Engagement
zu sichern und sicherzustellen, dass das Recht auf einen Beitrag zum Gemeinwohl
nicht an den ökonomischen Zwängen der Arbeitsplatzsicherung scheitert.
Psychosoziale Versorgung aufstocken!
Ein wesentlicher Pfeiler einer stabilen Gesellschaft ist die psychische
Resilienz ihrer Mitglieder - dies gilt für die gesamte Zivilgesellschaft ebenso
wie für die Menschen in Uniform. Wir fordern daher den Aufbau niederschwelliger,
konfessionell ungebundener, psychosozialer Beratungsangebote in bayerischen
Städten und Gemeinden mit Bundeswehrstandorten und zivilen
Katastrophenschutzzentren. Diese Angebote müssen darauf ausgerichtet sein, die
tief verwurzelte Stigmatisierung psychischer Belastungen aufzubrechen und die
Folgen von Traumatisierungen, wie etwa posttraumatische Belastungsstörungen
(PTBS), proaktiv zu adressieren. Darüber hinaus braucht es vorbeugende
Maßnahmen, wie etwa Einsatzvor- und nachbereitungen. Diese Angebote müssen
allesamt vertraulich sein und klare Absicherungen gegen dienstliche Nachteile
enthalten. Darüber hinaus müssen diese Strukturen gezielt dazu beitragen, die
Barrieren patriarchaler Rollenbilder abzubauen, die den Zugang zu notwendiger
Hilfe oft durch ein Ideal der vermeintlichen Unverwundbarkeit verhindern. Ein
solcher Aufbruch ist essenziell, um die individuelle Handlungsfähigkeit zu
stärken und gleichzeitig die immense Care-Verantwortung der Angehörigen und
Partner*innen zu unterstützen, die in Krisenzeiten oft die Last der psychischen
Unterstützung im privaten Raum allein tragen. Es braucht eine nachhaltige
psychosoziale Infrastruktur, die sowohl die Menschen in Uniform als auch die
gesamte bayerische Gesellschaft stärkt.
Medizinische Versorgung stärken: Für ein neues
Bundeswehrkrankenhaus in Bayern!
Bayern verfügt aktuell über kein eigenes Bundeswehrkrankenhaus. Soldat*innen und
Bundeswehrangehörige sind damit auf die zivile Regelversorgung oder lange
Fahrten nach Ulm, Koblenz, Hamburg oder Berlin zu den anderen
Bundeswehrkrankenhäusern angewiesen - eine Lücke, die in Zeiten erhöhter
Einsatzbereitschaft und wachsender Truppenstärke nicht länger akzeptabel ist.
Wir fordern deshalb die bayerische Staatsregierung auf, sich gegenüber dem Bund
für die Errichtung eines Bundeswehrkrankenhauses an einem geeigneten bayerischen
Standort, einzusetzen, das sowohl auf die spezifischen medizinischen Bedarfe von
Soldat*innen als auch auf die psychiatrische und traumatologische Nachsorge nach
Auslandseinsätzen ausgerichtet ist. Dieses Krankenhaus soll nicht als isolierte
Militäreinrichtung gedacht werden, sondern als integriertes Gesundheitszentrum
mit starker zivil-militärischer Verzahnung. Zivile Medizinstudent*innen sollen,
wie an jedem anderen Krankenhaus auch, die Möglichkeit bekommen, Teile ihres
Studiums und ihrer praktischen Ausbildung dort zu absolvieren. Umgekehrt
profitiert die zivile Bevölkerung der Region von einer leistungsfähigen Klinik,
die insbesondere in der Notfall- und Traumaversorgung Maßstäbe setzten kann. So
nutz die Bundeswehr heute schon ihre eigenen Krankenhäuser primär um die eigenen
Ärzt*innen und Sanitäter in Übung zu halten und versorgt überwiegend zivile
Patient*innen mit einer weit höhren Qualiät als andere Krankenhäuser das können,
denn die Bundeswehr muss keinen Profit machen sonder exzellentes Personal
ausbilden. Diese Doppelfunktion stärkt gleichzeitig die regionale
Gesundheitsversorgung, die Krisen und Katastrophenresilienz und reduziert den
flächendeckenden Ärztemangel im ländlichen Bayern.
Darüber hinaus fordern wir ausdrücklich, dass das Bundeswehrkrankenhaus alle
reproduktionsmedizinischen Leistungen anbietet, zu denen explizit auch
Schwangerschaftsabbrüche gehören. Es kann nicht sein, dass Soldatinnen und
Bundeswehrangehörige für die Inanspruchnahme dieser medizinischen Leistungen
besondere Hürden überwinden müssen oder auf eine ohnehin ausgedünnte zivile
Versorgungsstruktur angewiesen sind. Ein modernes Bundeswehrkrankenhaus muss die
Gesundheitsrechte aller Angehörigen der Bundeswehr vollumfänglich,
hochqualitativ und niederschwellig sicherstellen.
Als mögliche Standorte bieten sich beispielsweise Nürnberg oder Ingolstadt
aufgrund der nähe zu Flughäfen, Universitäten und bestehender
Bundeswehrinfrastruktur an, es sind aber natürlich auch andere wie Weiden,
Würzburg oder Regensburg möglich und sinnvoll.
Katastrophenschutz gehört in den Stundenplan!
Die Klimakrise, zunehmende Extremwetterereignisse, Stromausfälle oder auch
Pandemien zeigen, dass Katastrophen- und Zivilschutz längst kein Nischenthema
mehr ist, sondern zum Alltag einer modernen Gesellschaft gehört. Kinder und
Jugendliche wachsen in einer Welt auf, in der sie nicht nur geschützt, sondern
auch handlungsfähig sein müssen. Wir fordern daher, Katastrophenschutzunterricht
und "Blaulichtkunde“ oder "Zivilschutzstunden" verbindlich an bayerischen
Schulen zu verankern.
Schulen sollen hierfür systematisch mit dem Technischen Hilfswerk (THW), dem
Bayerischen Roten Kreuz (BRK), der Feuerwehr, Rettungsdiensten und der
Bundeswehr im Bereich des zivilen Katastrophenschutzes zusammenarbeiten. Im
Mittelpunkt dieses Unterrichts stehen praktische Fähigkeiten und
gesellschaftliche Verantwortung. Schüler*innen sollen in den weiterführenden
Schulen beispielsweise lernen, wie sie sich in Gefahrensituationen verhalten
(z.B. bei Feuer, Hochwasser, Unwettern, Blackouts, oder Unfällen), wie sie
Notlagen erkennen und wo sie wie Hilfe holen, wie stabile Seitenlage und
Wiederbelebung funktionieren, wie sie sich in Evakuierungssituationen
orientieren und wie Nachbarschaftshilfe und Solidarität im Krisenfall praktisch
aussehen können. Es sollen allgemeine und grundsätzliche Inhalte vermittelt
werden: Wie legt man einen Notfallvorrat an, was bedeuten Gefahrensysmbole, wer
ist eigentlich für was im Katastrophenschutz zuständig? Dazu gehören auch
Grundlagen der psychischen Erste Hilfe, das Erkennen von Stressreaktionen bei
sich und anderen sowie der reflektierte Umgang mit Gerüchten und Desinformation
in Krisensituationen.
Wir fordern, dass in der Oberstufe an allen weiterführenden Schulen ein
umfassender Erste-Hilfe-Kurs verpflichtend durchgeführt wird, der den
Anforderungen für den Führerschein genügt, kostenlos ist und regelmäßig
aufgefrischt werden kann. Gleichzeitig soll die Zusammenarbeit mit Feuerwehr,
THW, BRK und anderen Hilfsorganisationen genutzt werden, um für ehrenamtliches
Engagement zu werben: durch Projekttage, AGs, Schulkooperationen und
Einsatzübungen zum Anschauen und Mitmachen.
So lernen junge Menschen früh, dass Sicherheit eine gemeinsame Aufgabe ist und
dass Ehrenamt im Katastrophen- und Rettungsschutz nicht nur „nice to have“,
sondern ein tragender Pfeiler unserer demokratischen und solidarischen
Gesellschaft ist. Schulen sollen in Zusammenarbeit mit den Feuerwehren und
anderen Hilfsorganisationen altersgerechte Praxisformate und Übungen anbieten,
in denen Kinder und Jugendliche den Umgang mit Notfallsituationen einüben,
Rettungsabläufe kennenlernen und Sicherheit im Kontakt mit Einsatzkräften
gewinnen können. Ziel muss es sein, Wissen und Handlungssicherheit zu
vermitteln, Ängste abzubauen und das Vertrauen in die öffentliche Gefahrenabwehr
zu stärken. Zusätzlich könnten Jugendliche so die Chance bekommen sich für die
Feuerwehr, BRK oder den Katastrophenschutz zu begeistern.
Zusätzlich eröffnen solche Angebote jungen Menschen Räume für Gemeinschaft,
Verantwortung und konkrete sinnstiftende und erfüllende Teilhabe, direkt in
ihrer Umgebung und erlernen Selbstwirksamkeit. Gerade in Zeiten zunehmender
sozialer Vereinzelung können Feuerwehr, BRK, THW und weitere Hilfsorganisationen
Orte sein, an denen sozialer Zusammenhalt praktisch erfahrbar wird. Wer früh
positive Erfahrungen mit Ehrenamt und zivilem Bevölkerungsschutz macht, lernt,
dass Einsatz für das Gemeinwesen nicht militärisch gedacht werden muss, sondern
solidarisch, demokratisch und vor Ort beginnt. So stärken wir nicht nur den
Katastrophenschutz, sondern auch soziale Bindungen, demokratische Resilienz und
attraktive Wege, gesellschaftliche Verantwortung jenseits staatlichen Zwangs zu
übernehmen.
Katastrophenschutzes zusammenarbeiten. Im Mittelpunkt dieses Unterrichts stehen
praktische Fähigkeiten und gesellschaftliche Verantwortung. Schüler*innen sollen
in den weiterführenden Schulen beispielsweise lernen, wie sie sich in
Gefahrensituationen verhalten (z.B. bei Feuer, Hochwasser, Unwettern, Blackouts,
oder Unfällen), wie sie Notlagen erkennen und wo sie wie Hilfe holen, wie
stabile Seitenlage und Wiederbelebung funktionieren, wie sie sich in
Evakuierungssituationen orientieren und wie Nachbarschaftshilfe und Solidarität
im Krisenfall praktisch aussehen können. Es sollen allgemeine und grundsätzliche
Inhalte vermittelt werden: Wie legt man einen Notfallvorrat an, was bedeuten
Gefahrensysmbole, wer ist eigentlich für was im Katastrophenschutz zuständig?
Dazu gehören auch Grundlagen der psychischen Erste Hilfe, das Erkennen von
Stressreaktionen bei sich und anderen sowie der reflektierte Umgang mit
Gerüchten und Desinformation in Krisensituationen.
Wir fordern, dass in der Oberstufe an allen weiterführenden Schulen ein
umfassender Erste-Hilfe-Kurs verpflichtend durchgeführt wird, der den
Anforderungen für den Führerschein genügt, kostenlos ist und regelmäßig
aufgefrischt werden kann. Gleichzeitig soll die Zusammenarbeit mit Feuerwehr,
THW, BRK und anderen Hilfsorganisationen genutzt werden, um für ehrenamtliches
Engagement zu werben: durch Projekttage, AGs, Schulkooperationen und
Einsatzübungen zum Anschauen und Mitmachen.
So lernen junge Menschen früh, dass Sicherheit eine gemeinsame Aufgabe ist und
dass Ehrenamt im Katastrophen- und Rettungsschutz nicht nur „nice to have“,
sondern ein tragender Pfeiler unserer demokratischen und solidarischen
Gesellschaft ist. Schulen sollen in Zusammenarbeit mit den Feuerwehren und
anderen Hilfsorganisationen altersgerechte Praxisformate und Übungen anbieten,
in denen Kinder und Jugendliche den Umgang mit Notfallsituationen einüben,
Rettungsabläufe kennenlernen und Sicherheit im Kontakt mit Einsatzkräften
gewinnen können. Ziel muss es sein, Wissen und Handlungssicherheit zu
vermitteln, Ängste abzubauen und das Vertrauen in die öffentliche Gefahrenabwehr
zu stärken. Zusätzlich könnten Jugendliche so die Chance bekommen sich für die
Feuerwehr, BRK oder den Katastrophenschutz zu begeistern.
Zusätzlich eröffnen solche Angebote jungen Menschen Räume für Gemeinschaft,
Verantwortung und konkrete sinnstiftende und erfüllende Teilhabe, direkt in
ihrer Umgebung und erlernen Selbstwirksamkeit. Gerade in Zeiten zunehmender
sozialer Vereinzelung können Feuerwehr, BRK, THW und weitere Hilfsorganisationen
Orte sein, an denen sozialer Zusammenhalt praktisch erfahrbar wird. Wer früh
positive Erfahrungen mit Ehrenamt und zivilem Bevölkerungsschutz macht, lernt,
dass Einsatz für das Gemeinwesen nicht militärisch gedacht werden muss, sondern
solidarisch, demokratisch und vor Ort beginnt. So stärken wir nicht nur den
Katastrophenschutz, sondern auch soziale Bindungen, demokratische Resilienz und
attraktive Wege, gesellschaftliche Verantwortung jenseits staatlichen Zwangs zu
übernehmen.
Begründung
Erfolgt mündlich.
