| Veranstaltung: | 57. Landesjugendkongress |
|---|---|
| Tagesordnungspunkt: | TOP 3 Anträge zu Satzung, Ordnung und Statuten |
| Antragsteller*in: | GRÜNE JUGEND Bayern Landesvorstand (dort beschlossen am: 15.04.2026) |
| Status: | Eingereicht |
| Eingereicht: | 15.04.2026, 20:57 |
SÄ2: Lesbische Kämpfe sichtbar machen, das “L” ist Teil von FLINTA*!
Antragstext
Die Landesmitgliederversammlung beschließt:
1. Im gesamten GENDERSTATUT der GRÜNEN JUGEND Bayern wird “FINTA*” durch
“FLINTA*” ersetzt.
2. In § 3 des GENDERSTATUT der GRÜNEN JUGEND Bayern wird die “FINTA*-
politische*r Sprecher*in” in die “FLINTA*-politische*r Sprecher*in” umbenannt.
Begründung
Der Begriff FINTA* ist fester Bestandteil unserer Satzung und unserer täglichen Arbeit in der GRÜNEN JUGEND Bayern. Nun wollen wir diesen zu “FLINTA*” erweitern. Damit tragen wir nicht nur unserem eigenen feministischen Anspruch Rechnung, sondern gleichen unsere Begrifflichkeiten auch denen des Bundesverbands an.
Als GRÜNE JUGEND Bayern entwickeln wir uns ständig weiter - genau wie die gesellschaftlichen Debatten, die uns umgeben. Besonders der queer-feministische Diskurs der letzten Jahre hat uns dabei geprägt. In vielen progressiven Organisationen ist der Begriff FLINTA* inzwischen etabliert; auch wir haben uns intensiv mit der Begriffserweiterung auseinandergesetzt. Das zusätzliche L im FLINTA* betont insbesondere die historische Rolle lesbischer Kämpfe innerhalb feministischer Bewegungen. Denker*innen wie Monique Wittig haben “lesbisch” dabei auch als eigenständige Geschlechtsidentität definiert. Diese Erweiterung sehen wir deshalb als unabdingbar, um die Sichtbarkeit dieser Kämpfe zu erhöhen. Für uns ist das mehr als eine rein begriffliche Debatte - die Umbenennung soll unser konkretes politisches Handeln leiten.
Feministisch kämpft man nur gemeinsam!
Der Begriff verdeutlicht: wir können nur gemeinsam für eine gerechtere Gesellschaft streiten. Wenn beispielsweise trans* Personen ihre Existenzberechtigung abgesprochen wird, ist das kein Zufall, sondern Teil der Strategie konservativer und rechter Akteure. Das betrifft uns als linken Verband alle. Denn während Abtreibungsrechte eingeschränkt, Frauen immer stärker in die traditionelle Sorgearbeit getrieben werden sollen, wird gleichzeitig die Gesundheitsversorgung und Lebensgrundlage von trans* Personen beschnitten. Die Beispiele sind zahlreich, doch die Konsequenz bleibt gleich: Eine starke feministische Bewegung lebt von bedingungsloser Solidarität.
Ein Begriff mit Grenzen und Verantwortung
Und trotzdem gilt: unsere Lebensrealitäten sind verschieden und intersektional. Wir erleben Diskriminierung nicht alle auf die gleiche Weise. Das muss sich in unserer Ansprache und in unseren Strukturen widerspiegeln. Wir verstehen diese Umbenennung daher als Auftrag, unsere Räume noch inklusiver zu gestalten und Selbstermächtigung für alle zu ermöglichen. In diesem Sinne evaluieren wir auch kontinuierlich die Rolle und den Zweck von FLINTA*-Räumen.
Änderungsanträge
- Ä1 (GRÜNE JUGEND Bayern Landesvorstand (dort beschlossen am: 20.04.2026), Eingereicht)
