| Veranstaltung: | 57. Landesjugendkongress |
|---|---|
| Tagesordnungspunkt: | TOP 6 Anträge |
| Antragsteller*in: | GRÜNE JUGEND Bayern Landesvorstand (dort beschlossen am: 23.04.2026) |
| Status: | Eingereicht |
| Eingereicht: | 23.04.2026, 23:10 |
X8: Damit unsere Hochschulen wieder im Hoch sind - Sanierungen endlich angehen und Staatsexamen reformieren!
Antragstext
Der Bedarf für Sanierungen an deutschen Hochschulen beträgt bundesweit 74
Milliarden Euro. Und was macht Markus Söder? Setzt gezielt auf
Exzellenzinitiativen und prestigeträchtige Neubauten, statt die Breite an
Studiengängen und Universitäten zu fördern sowie finanziell auszustatten und
damit ein tragfähiges, nachhaltiges Hochschulsystem zu garantieren. Für uns ist
vollkommen klar: Gute (Aus-)Bildung findet nicht in einigen wenigen Elite-
Universitäten statt, sondern in hunderten leistungsfähigen Hochschulen über ganz
Bayern verteilt. Die Qualität der Hochschul-Infrastruktur darf nicht vom
Standort abhängen!
Zu dieser Realität gehört auch: Das aktuell im Landeshaushalt vorgesehene Budget
reicht bei Weitem nicht aus, um dem Sanierungsstau nachzukommen. Dafür ist es
unverzichtbar, dass die Landesregierung einerseits auf die Erhöhung von
Steuereinnahmen hinwirkt, die die Chancengerechtigkeit erhöhen (z.B. aus der
Erbschaftssteuer). Andererseits müssen aber auch auf Bundesebene die
Investitionsmittel aus dem Sondervermögen Infrastruktur endlich in die Sanierung
von Hochschulen und Ausbildungsstätten fließen, und dürfen nicht für
Wahlgeschenke verbrannt werden!
Für eine innovative Hochschullandschaft müssen neben der Sanierung der
Infrastruktur ebenso die Strukturen der Studiengänge modernisiert werden. Es
darf nicht sein, dass Jura-Studierende auch im Jahr 2026 noch zittern müssen, ob
sie nach fünf Jahren Studium das erste Staatsexamen bestehen und ihr Studium
weiter verfolgen dürfen. Solche politisch herbeigeführten Schreckensszenarien
und Abhängigkeiten müssen ihr Ende finden!
Lernen in moderner Umgebung
Während die bayerische Staatsregierung von Hightech- und Elite-Universitäten
träumt, sieht die Realität an den Hochschulen ganz anders aus. Schimmelnde
Wände, marode Treppen und auseinanderfallende Hörsäle: Vor all diesen
untragbaren Zuständen verschließen Markus Söder und seine Minister*innen
schlichtweg die Augen!
Wenn Bayern wirklich Spitzenstandort für Studierende sein will, dann braucht es
jetzt sofort ein Investitionsprogramm, um den milliardenschweren Sanierungsstau
aufzulösen. Alle Hochschulen brauchen Planungssicherheit, um diese Projekte
stemmen zu können und sind darum auf die Staatsregierung angewiesen.
Wir fordern, dass der Campus grün, modern und zukunftsfähig wird, sodass ein
Lernen in moderner Umgebung möglich ist. Dafür braucht es nicht nur
digitalisierte und gut ausgestattete Hörsäle, sondern endlich auch Seminarräume,
die genügend Plätze für alle Kursteilnehmer*innen bieten und einen Campus, der
auch nach der Vorlesung zum Verweilen einlädt. Zugleich wollen wir, dass unsere
Hochschulen als Vorbild bis 2030 klimaneutral sind und dabei Vorreiter*innen bei
Erneuerbaren Energien, Bio-Lebensmitteln und Nachhaltigkeit werden!
Staatsexamen-Reform für Planungssicherheit ohne Zukunftsangst
Staatsexamen-Prüfungen bedeuten für Studierende zusätzliche Belastungen und
Prüfungsstress im Hochschulwesen. Besonders die Angst, jahrelang ohne Abschluss
studiert zu haben, ist bei Studierenden verbreitet und sorgt für psychische
Erkrankungen unter Studierenden.
Während elf Bundesländer beim Lehramt mittlerweile Staatsexamen abgeschafft
haben, hält Bayern weiterhin an der veralteten Struktur fest. Dadurch sind
Wechsel aus dem Lehramtsstudium in andere Studiengänge oder Bundesländer
erschwert, weshalb wir eine schnellstmögliche Angleichungen an einen Lehramts-
Bachelor fordern, der den Studiengang flexibilisieren würde. Zudem würde dadurch
die Möglichkeit bestehen, insgesamt eine Überarbeitung des Studiengangs hin zu
mehr Praxisbezug zu machen, der bisher im Studium viel zu kurz kommt. Gute
Lehrkräfte brauchen eine gute sowie praxisnahe Ausbildung!
Jurastudierende dürfen nicht nach Jahren des Lernens vor dem Nichts stehen, wenn
sie das erste Staatsexamen nicht bestehen. Darum fordern wir die bayernweite
Einführung von “Freischuss”-Regelungen und mehr Wiederholungsmöglichkeiten in
allen Staatsexamensstudiengängen, um psychischen Druck zu senken. Außerdem
fordern wir den integrierten Bachelor of Laws als zusätzliches Sicherheitsnetz
nach dem sechsten Semester!
Auch Medizinstudierende sind enormen psychischen Druck ausgesetzt und im Studium
enorm belastet. Wir fordern eine Reform, die soziale Kompetenzen mehr anerkennt,
genügend Studienplätze für den massiven Bedarf an Ärzt*innen schafft, und
zugleich die psychische Gesundheit von Studierenden beachtet. Dafür fordern wir
eine Überarbeitung des Studiengangs, mehr reale, soziale Interaktionen statt
Lehrbücher pauken sowie bessere Beratungsangebote für Studierende.
Begründung
Erfolgt mündlich.
Änderungsanträge
- Ä1 (Max Wörner (KV Augsburg-Stadt), Eingereicht)
