| Veranstaltung: | 57. Landesjugendkongress |
|---|---|
| Tagesordnungspunkt: | TOP 6 Anträge |
| Antragsteller*in: | GRÜNE JUGEND Bayern Landesvorstand (dort beschlossen am: 23.04.2026) |
| Status: | Eingereicht |
| Eingereicht: | 23.04.2026, 18:23 |
X7: Freie Liebe
Antragstext
Das deutsche Familien- und Steuerrecht ist noch immer von einer Denkweise
geprägt, die Ehe zwischen Mann und Frau, Zweierbeziehung und ökonomische
Abhängigkeit bevorzugt. Die historische Diskriminierung queerer Lebensweisen
wirkt bis heute fort und endet nicht bei Zweierbeziehungen. Menschen in
polyamoren oder anderen konsensuell nicht-monogamen oder geschlossenen
Beziehungen erleben gesellschaftliche Stigmatisierung und zusätzlichen
Minoritätenstress, weil ihre Beziehungsformen vom cis-heteronormativen Standard
abweichen. Wer Freiheit, Selbstbestimmung und queere Gerechtigkeit ernst meint,
darf nicht bei der Akzeptanz der bürgerlichen Zweier-Ehe stehen bleiben.
Die GRÜNE JUGEND Bayern fordert daher:
die politische Anerkennung von Polyamorie und konsensueller Nicht-
Monogamie als legitime Lebens- und Beziehungsformen
die Schaffung rechtlicher Modelle, mit denen Verantwortungsgemeinschaften
jenseits der romantischen Zweierbeziehung abgesichert werden können, etwa
im Sorge-, Auskunfts-, Unterhalts-, Miet-, Erb- und Aufenthaltsrecht
Eine queerfeministische Familienpolitik, die Fürsorge, Solidarität und
Selbstbestimmung in den Mittelpunkt stellt
Weniger Cis-Heteronormativität und Mononormativität in der deutschen und
europäischen Familien- und Beziehungspolitik, sowie innerhalb der
Strukturen der GRÜNEN JUGEND und der Landes-, Bezirks- und Kreisverbände
Die Abschaffung des Ehegattensplittings, um ökonomischen Gründen einer Ehe
vorzubeugen, sowie die Senkung der Einkommensteuer auf mittlere und
niedrige Einkommen. Gleichzeitig fordern wir hohe Einkommen progressiver
zu besteuern und den Spitzensteuersatz zu streichen.
Die GRÜNE JUGEND Bayern erkennt an, dass Mononormativität (also der
gesellschaftliche Druck zur Monogamie) auch im eigenen Verband existiert und
stellt sich aktiv gegen die Abwertung konsensuell nicht-monogamer Menschen.
Jedes Mitglied hat unabhängig von der gewählten Beziehungsform denselben
Anspruch auf Schutz, Respekt und gleichberechtigte Teilhabe.
Begründung
Erfolgt mündlich. Hier finden sich die wichtigsten Begriffe:
Polyamorie: Eine Beziehungsform, bei der Menschen einvernehmlich mit mehr als einer Person gleichzeitig Liebesbeziehungen führen.
Konsensuelle Nicht-Monogamie: Ein Oberbegriff für Beziehungsmodelle, in denen alle Beteiligten damit einverstanden sind, dass sexuelle oder romantische Kontakte außerhalb einer Beziehung stattfinden.
Minoritätenstress: Die zusätzliche psychische Belastung, die Mitglieder diskriminierter Gruppen durch Vorurteile und soziale Ausgrenzung erfahren.
Änderungsanträge
- Ä1 (Jakob Baiz (KV Fürstenfeldbruck), Eingereicht)
