| Veranstaltung: | 57. Landesjugendkongress |
|---|---|
| Tagesordnungspunkt: | TOP 6 Anträge |
| Antragsteller*in: | GRÜNE JUGEND Bayern Landesvorstand (dort beschlossen am: 23.04.2026) |
| Status: | Eingereicht |
| Eingereicht: | 23.04.2026, 18:25 |
X6: Schiene statt Stillstand
Antragstext
Die Verkehrspolitik in Bayern und im Bund ist seit Jahrzehnten ein Denkmal des
schwarz-roten Stillstands. Während Milliarden in den Neu- und Ausbau von
Autobahnen fließen, verrostet die Grundlage der klimagerechten Mobilität: die
Schiene. Verspätungen, Zugausfälle und marode Bahnhöfe voller Barrieren sind das
Ergebnis der Prioritätensetzung, die das Auto über Menschen stellt.
Mobilität ist ein Grundrecht. Wer keinen Führerschein hat, wer sich kein Auto
leisten kann oder will, darf nicht vom gesellschaftlichen Leben abgehängt
werden. Eine echte Verkehrswende braucht keine Versprechen, sondern Gleise,
Signale und einen Haufen Investitionen.
1. Kapazitäten schaffen
Wichtige Magistralen sind heute Nadelöhre, die den gesamten Takt blockieren. Wir
fordern die sofortige Umsetzung und Finanzierung zentraler Ausbauprojekte:
ABS 38 (München – Mühldorf – Freilassing) + Mühldorf – Simbach:
Der Ausbau auf Zwei-Gleisigkeit und die Elektrifizierung sind überfällig. Diese
Strecke ist die Lebensader für Südostbayern und das bayerische Chemiedreieck.
Stillstand bedeutet hier CO2-Ausstoß und LKW-Kolonnen.
Franken-Sachsen-Magistrale:
Es ist ein Skandal, dass eine europäische Hauptachse im Jahr 2026 noch mit
Diesel betrieben wird. Darum fordern wir eine schnellstmögliche
Elektrifizierung.
Metropolenbahn (Nürnberg – Prag):
Wer Europa will, muss Züge bauen, die Grenzen ohne Lokwechsel überwinden - und
das auf einer elektrifizierten und mehrgleisigen Strecke auch können.
Ostkorridor (Regensburg – Hof):
Diese Strecke ist essentiell für den Güterverkehr von Nord nach Süd. Ohne diesen
Ausbau bleibt die Verkehrsverlagerung auf die Schiene ein Märchen.
VDE 8.1 (Fürth – Bamberg):
Der viergleisige Ausbau ist die Voraussetzung für einen stabilen Deutschlandtakt
und einen verlässlichen Regionalverkehr im Norden Bayerns.
2. Neubau der schon längst überfällig war
Großprojekte dürfen nicht im bürokratischen Sumpf oder der "Not-in-my-backyard”-
Mentalität versinken. Wir brauchen Kapazitäten, die dem Bedarf gerecht werden:
Brenner-Nordzulauf:
Wir brauchen eine Trasse mit ausreichend Kapazitäten, um den Alpentransit
endlich von der Straße auf die Schiene zu holen.
Ulm – Augsburg:
Die Fahrzeitverkürzung und Kapazitätserweiterung auf dieser Strecke ist der
Schlüssel für einen funktionierenden Fernverkehr im Süden Deutschlands.
3. Mobilität für alle
Infrastruktur ist nur dann gerecht, wenn sie für alle zugänglich ist. Das System
Bahn muss verlässlich und diskriminierungsfrei werden.
Die GRÜNE JUGEND Bayern fordert:
Echte Barrierefreiheit:
Ein Bahnhof ohne Aufzug ist für Menschen mit Behinderung, Menschen mit
Kinderwagen oder ältere Menschen ein Grund, zuhause zu bleiben oder das Auto zu
nehmen. Wir fordern ein Sofortprogramm für den barrierefreien Umbau aller
bayerischen Bahnhöfe und eine Beschleunigung aller Genehmigungsverfahren in
diesem Bereich.
Reaktivierung:
Menschen auf dem Land dürfen nicht abgehängt werden. Wir fordern die Senkung der
in Bayern nötigen Reaktivierungskriterien, um ländliche Räume wieder ans Netz zu
bringen und dabei die volle Unterstützung der bayerischen Staatsregierung.
Elektrifizierung jetzt:
Jede Dieselstrecke ist eine Schande für die Klimaneutralität. Wir brauchen einen
100% elektrifizierten Schienenverkehr.
4. Schiene priorisieren
Das Problem ist nicht das fehlende Geld, sondern die falsche Verteilung. Wir
beenden die Bevorzugung der Blechlawinen, namens "Auto".
Die GRÜNE JUGEND Bayern fordert:
Einen Eisenbahn-Infrastrukturfonds: Planbarkeit statt Jährlichkeitsprinzip. Die
Bahn braucht langfristige Finanzierungssicherheit, um große Projekte ohne
Baustopps durchzuziehen.
Bahnfahren darf kein Abenteuer sein, sondern muss die einfachste, günstigste und
die ökologischste Wahl sein. Deshalb ist es unverzichtbar, dass das 9€-Ticket
wieder eingeführt wird!
Begründung
Erfolgt mündlich
Änderungsanträge
- Ä1 (Leonhard Kuchinka (KV Fürstenfeldbruck), Eingereicht)
